Deutschland und Tschechien haben sehr viele Dinge gemeinsam. Und das sind nicht nur die vielen deutsch-tschechischen Kulturräume, die in den Grenzgebieten entstanden sind, sondern auch ein gemeinsamer geschichtlicher Hintergrund.
Etwa 40.000 Deutsche leben in Tschechien. Die deutsch-tschechische Erklärung am 21. Januar 2007 machte die Beziehung zwischen Deutschland und Tschechien zu dem, was sie jetzt ist. In der Erklärung entschuldige sich Deutschland für die Ereignisse im zweiten Weltkrieg, die Tschechen entschuldigten sich im Gegenzug für die Verbrechen der Vertreibung.
Die deutsch-tschechischen Beziehungen werden durch viele gemeinsame kulturelle und politische Veranstaltungen immer weiter ausgebaut. Im Jahr 2010 fand in Prag die Veranstaltung „Deutsche und Tschechische Außenpolitik in einem sich verändernden, internationalen Umfeld“ statt. Geladen waren Politiker, Professoren und Wissenschaftler.
In der ersten Podiumsdiskussion unter der Leitung von Petr Drulák widmeten sich Gerhard Sabathil (Europäische Kommission), Petr Gandalovic (Mitglied des Auswärtigen Ausschusses des tschechischen Abgeordnetenhauses), Hans-Joachim Falenski (Außenpolitischer Berater der CDU/CSU Bundestagsfraktion), Jaroslav Kurfürst (stellvertretender Leiter des Referats für Sicherheitspolitik im tschechischen Außenministerium in Prag) und Martin Jerábek (Mitarbeiter der Universität Pilsen und der Karls-Universität Prag) der Frage, ob der Lissabonner Vertrag Europa als Akteur in den internationalen Beziehungen stärke.
Seit dem Jahr 1999 finden regelmäßig tschechisch-deutsche Kulturtage statt. Deren Ziel ist es, neue kulturelle Impulse anzustoßen und die Menschen aus Tschechien und Deutschland zusammenzuführen. Im Jahre 2012 werden die Kulturtage in Freiburg im Breisgau stattfinden. Vom 4. bis zum 13. Mai werden 20 Veranstaltungen zu den Themen Literatur und Film sowie viele Ausstellungen und Informationsveranstaltungen stattfinden. Außerdem wird die Filmreihe „Anziehung und Distanz. Deutsche im tschechischen Film“ präsentiert.
Dies sind mittlerweile die 8. Kulturtage dieser Art; organisiert wird das Ganze von der Brücke/Most-Stiftung gemeinsam mit dem Tschechischen Zentrum Dresden und der Landeshauptstadt Dresden. Nach dem Tätigkeitsabschluss des Tschechischen Zentrums Dresden im Jahre 2010 hat das Generalkonsulat der Tschechischen Republik in Dresden die Rolle des Mitveranstalters übernommen. Im Jahre 2007 erweiterte das Collegium Bohemicum aus Ústí nad Labem die Reihe der Hauptveranstalter.
Um die deutsch-tschechischen Beziehungen weiter zu festigen, wurde 2007 ein deutsch-tschechisches Gesprächsforum gegründet. Es ist ein Projekt des Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds und wird mit einer jährlichen Konferenz unter Einbeziehung der deutschen und tschechischen Öffentlichkeit diskutiert. Die Landesversammlung der Deutschen in Böhmen, Mähren und Schlesien lud im Jahre 2009 zu einer deutsch-tschechischen Ausstellung namens „Verbleiben in der Heimat – Deutsche in Tschechien erzählen Geschichte“. Zehn Menschen mit deutschen Wurzeln erzählten ihre Lebensgeschichte und warum sie nach wie vor in Tschechien leben.
Für Deutschland ist die Tschechische Republik wirtschaftlich gesehen ein wichtiger Handelspartner. Deutschland ist der größte Investor und gleichzeitig auch der wichtigste Außenhandelspartner für Tschechien. Aber nicht nur auf dieser Eben ist Tschechien ein Gewinn.
Auch beim Essen gibt es in Deutschland wesentliche Einflüsse aus Tschechien. Die berühmte Leberknödelsuppe, die gerne an Weihnachten gereicht wird, stammt ursprünglich aus der tschechischen Küche. Auch der Schweinebraten mit Rot- und Weißkraut und Knödeln ist in Deutschland sehr beliebt aber eigentlich ein tschechisches Nationalgericht. Und nicht zu vergessen das Gulasch. Eigentlich ein ungarisches Gericht, welches aber auch Ursprünge in Tschechien hat. Es ist das am weitesten verbreitete Gericht in Deutschland und Tschechien.
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